Hark Orchideen - FAQ

Pflanzenschutz

Wir möchten Ihnen hier einige häufig gestellte Fragen zum Produktionsprozess beantworten und zudem über das Thema der In-vitro-Vermehrung von Orchideen informieren.

Was bedeutet In-Vitro?
In-vitro kommt aus dem lateinischen und bezeichnet eine Produktion im Glas. In der pflanzlichen Gewebekultur werden pflanzliche Zellen oder Teile von Pflanzen unter Sterilbedingungen auf flüssigen oder festen Nährmedien kultiviert. Die für die Vermehrung den Pflanzen entnommene Explantate werden sterilisiert und anschließend auf sterilen Nährmedien kultiviert. Heute wird allerdings in der Regel kein Glas als Produktionsgefäß mehr verwendet, sondern sterile Kunststoffbecher.
Welche Vorteile hat die In-Vitro-Vermehrung von Orchideen?
Die Massenvermehrung von Orchideen, hier insbesondere die Vermehrung von Phalaenopsis, ist ohne die Gewebekultur nicht möglich. Daher konnte erst mit den Methoden der In-vitro-Vermehrung der professionelle Anbau von Phalaenopsis und anderer Orchideen weltweit beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden ausschließlich Sämlinge auf sterilen Nährmedien kultiviert. Nach wie vor werden heute Sämlinge produziert, allerdings ausschließlich für Züchtungszwecke. Von der Züchtung selektierte Pflanzen können dann In-vitro in großen Stückzahlen vermehrt werden. Gewebekultivierte Pflanzen bieten, gegenüber Sämlingen, verschiedene Vorteile. So sind diese Pflanzen sehr homogen, weil jede Pflanze identisch mit der selektierten Ausgangspflanze ist. Dadurch erhält der Gärtner einen gleichmäßigen Pflanzenbestand mit gleichen Wuchs- und Blüheigenschaften. Somit sind die Pflanzen sortenrein und können fortlaufend nachgeliefert werden. Ferner wird das Kulturrisiko durch gesundes Ausgangsmaterial gemindert. Alle Pflanzen sind auf einen möglichen Virusbefall getestet und durch die sterilen Produktionsbedingungen frei von sonstigen Krankheiten. Die Firma HARK zählt zu den ersten Unternehmen weltweit, die Orchideen In-vitro vermehrt haben.
Meristem – was ist das?
Ein Meristem ist ein undifferenziertes Gewebe das sich fortwährend teilt. Diese Zellen sitzen an den Spitzen von Sprossen, an Seitensprossen oder an den Wurzelspitzen. Da diese Zellen undifferenziert sind, können sich daraus alle Organe der Pflanzen wie z.B. Blatt, Blüte oder Wurzel entwickeln.
Wie funktioniert die In-vitro-Produktion von Phalaenopsis?
Bei der In-vitro-Produktion von Phalaenopsis können wir folgende Phasen unterscheiden: - Startphase: Überführung von Pflanzen Explantaten in Sterilbedingungen. Dabei werden die entnommenen Meristeme sterilisiert, damit keine Keime in die Nährmedien gelangen können. - Stammphase: Aufbau von Mutterpflanzenbechern für die Produktion. Aus der Startphase werden die Pflanzen in den sogenannten Stammbecher pikiert. Durch die Zugabe von Phytohormonen beginnen die Pflanzen Seitensprosse zu bilden. Beim Stammaufbau werden diese Sprosse dann mit dem Skalpell getrennt und wiederum für den weiteren Aufbau von Stammbechern verwendet. Diese Produktionsmethode wird auch als Shot by Shot bezeichnet. Also Spross für Spross. - Endphase: Große kräftige Pflanzen aus der Stammvermehrung werden in frische Becher mit Bewurzelungsnährmedium umgelegt. Wenn die Pflanzen kräftige Wurzeln und großes Laub entwickelt haben, ist die Ware bereit verkauft zu werden. Im nächsten Schritt erfolgt die Akklimatisierung, d. h. von In-vitro wird die Pflanze ex-vitro in Erd-Plugs in Gewächshäusern weiter kultiviert.
Produziert die Firma HARK neben Orchideen auch andere Pflanzen im Labor?
Bereits seit Jahren beschäftigen wir uns neben unserem Kerngeschäft zunehmend auch mit anderen Kulturen die sich laborvermehren lassen. Sprechen Sie uns gerne dazu an.
Können auch Orchideenliebhaber Pflanzen von der Firma HARK beziehen?
Wir fertigen und verkaufen unsere Produkte ausschließlich für professionelle Jungpflanzen- und Produktionsbetriebe weltweit.
Wieviele Jungpflanzen haben Sie pro Becher?
Wir haben bei der Phalaenopsis Classic Line 26 Pflanzen (25 + 1 Pflanze als Zugabe für eventuelle Ausfälle) pro Becher, bei der Basic Line 30 Pflanzen (28 + 2 Pflanzen als Zugabe für eventuelle Ausfälle), bei Mehrgattungshybriden und Aussaaten sind es 40 Pflanzen.
Kann man bei der Firma HARK ausgesuchte Sorten aus Ihrem Sortiment beziehen?
Auf Bestellung können bei einer Mindestabnahmemenge von 5.000 Pflanzen pro Klon und Jahr Sorten aus unserem Sortiment und dem Sortiment unserer ausgewählten Partner als Gewebekulturpflanze im Becher bestellt werden. Bewurzelte Jungpflanzen können wir über unseren niederländischen Jungpflanzenpartner, der Firma SION, liefern.
Was muß ich beachten, wenn ich eigene Klone bei Ihnen vermehren lassen möchte?
Für viele Betriebe ist es natürlich sehr interessant mit selbst gezüchteten Sorten zu arbeiten. Grundlage für eine Auftragsvermehrung ist ein mit dem Kunden geschlossener Vermehrungsvertrag. Wir vermehren nur vom Kunden selbst selektierte Pflanzen. Geschützte Klone, oder aktive Klone von Mitbewerbern vermehren wir nicht ohne eine entsprechende Lizenzvereinbarung. Der Einsender stellt das Labor vor rechtlichen Konsequenzen bei Sortenrechtsverletzungen frei.
Was muß ich zum Labor einliefern, um einen Klon vermehren zu lassen?
Für die Auftragsproduktion von kundeneigenen Phalaenopsis Sorten benötigen wir eine möglichst voll aufgeblühte Rispe. Die Rispen sollten mit einem sterilen Messer geschnitten werden, damit ggf. auf der Schnittfläche vorhanden Viren nicht auf die Pflanzen übertragen werden können. Für die Vermehrung von Mehrgattungshybriden wird immer die ganze Pflanze benötigt, von der wir dann selbst den Neuaustrieb für die Vermehrung entnehmen.
Wie lange dauert die Vermehrung im Labor?
Bei Phalaenopsis benötigen wir ca. 1,5 Jahre bis zur Lieferung des ersten Materials, bei einem gewünschten Jahresbedarf von ca. 1500 Pflanzen. Bei anderen Kulturen kann die Vermehrungszeit auch länger dauern.
Wie werden die Pflanzen abgeliefert?
Die Auslieferung des In-vitro-Materials erfolgt in unserem HARK Safety-Cup. Bei der Anlieferung mit unserem eigenen LKW in den Niederlanden und Deutschland, werden die Becher in Mehrwegkisten angeliefert. Bei Exporten die über Speditionen oder per Luftfracht geliefert werden, nutzen wir eine Einwegverpackung aus Pappe oder Styroporboxen. Unsere Produkte können Sie auf unserer Hompage unter "Auftragsvermehrung / Qualitätsbeispiele" betrachten.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen zum Produktionsprozess oder -ablauf haben, scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen!

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