Bakterien können nicht direkt bekämpft werden. Entsprechende sehr strenge Kultur- und Hygienemaßnahmen, insbesondere in den lichtarmen Wintermonaten gegenüber Erwinia und bei hohen sommerlichen Temperaturen gegenüber Acidovorax, sind notwendig zur Verhinderung der Ausbreitung von Infektionen.
Wasser ist die häufigste Quelle für die Verbreitung von Bakteriosen im Pflanzenbestand. Bei vorsichtigem Gießen müssen die Blätter weitgehend trocken gehalten werden, die Bestände dürfen nicht zu dicht stehen.
Wunden sind Eintrittspforten für Bakteriosen und müssen vermieden werden.
Alle Pflanzen mit sichtbaren Symptomen müssen sofort aus dem Gewächshaus entfernt und vernichtet werden. Das Herausschneiden einzelner, infizierter Blätter bringt kaum Verbesserung, sondern führt lediglich zur Verzögerung des Krankheitsverlaufs. Bei pikierten Jungpflanzen sollte die gesamte Kiste aussortiert werden.
Stresssituationen wie starke Temperaturdifferenzen, Lichtschwankungen oder erhöhte Stickstoffdüngung sind unbedingt zu vermeiden.
Eine möglichst gleichmäßige Kulturführung ist anzustreben.
Bei allen Kulturarbeiten sind die Hygienebedingungen streng zu befolgen: Hände waschen, Wechsel oder Desinfektion von Arbeitsmaterialien).
Kulturgefäße, Stellagen, Gewächshaustische und Geräte, die mit infizierten Pflanzen oder Wasser in Berührung gekommen sind, müssen desinfiziert werden.
Um die Verbreitung der Erreger im Pflanzenbestand zu mindern, können prophylaktisch regelmäßige, wiederholte Spritzungen mit Kupferhaltigen Präparaten erfolgen. Die Kristalle von Kupferhydroxid oder Kupferoxychlorid wirken als mechanische Barriere auf der Pflanzenoberfläche. Behandlungen mit Kupfer über einen längeren Zeitpunkt können allerdings zu Phytotoxizität an Blättern und Luftwurzeln führen.
Ebenso kann die zur Desinfektion im Gartenbau gebräuchliche Benzoesäure vorsichtig über die Pflanzen ausgebracht werden, das Produkt darf nicht an die Wurzeln gelangen. Die meisten anderen Desinfektionsmittel sind phytotoxisch und nicht für den direkten Kontakt mit lebenden Pflanzen geeignet.
Neuere Untersuchungen und Praxiserfahrungen lassen den Einsatz von Chlordioxid sinnvoll erscheinen. Es wirkt als Oxidationsmittel auf organische Bestandteile des Wassers. In einer Konzentration von 2 ppm kann Chlordioxid der Bewässerung beigemischt werden.